The Spirit of KÖLLEfornia

Es ist kaum zu glauben, was sich alles in einer Woche verändern kann und manchmal glaubt man einfach nur zu träumen. Der Relaunch ist mehr als geglückt.Von Tag zu Tag kommen mehr Leute zu uns und am 23. September werden wir wohl die 500er Besuchermarke knacken – wohlgemerkt in einer Woche. O.K. das haben wir an sehr guten Tagen, locker an einem Tag gemacht, aber lang ist´s her. Besonders freut es uns, die vertrauten und strahlenden Gesichter wieder zu sehen und gleich stellt sich wieder das KÖLLEfornia-Feeling ein. Good People – Good Location, der gute alte Geist, den viele vermisst haben, scheint wieder heimgekehrt zu sein. Gerade heute sprach ich mit ein paar Jungs aus Recklinghausen, die unseren Park so toll finden, obwohl sie in ihrer Nähe so viele gute Möglichkeiten zum fahren haben. Gerade weil alles nicht so durchgestylt ist, die Großzügigkeit der Streetarea und eben, die Leute, die man hier trifft – das ist die North!

Schön, das man das einmal gesagt bekommt und es motiviert, ja es beflügelt!! Die aktuelle Berichterstattung in der Lokalpresse über uns, hat ja endlich einmal dafür gesorgt, dass die Öffentlichkeit von unseren Problemen erfährt und vielleicht den einen oder anderen Skater zum Nachdenken gebracht, der glaubte, die North-Brigade ist eine Lizenz zum Gelddrucken. Sorgen bereitet uns allerdings in der aktuellen Berichterstattung um die Domplatte, wie die Skater dort dargestellt werden. Die, die schon lange dabei sind, kennen ja noch den Sticker: “SKATEBOARDING IS NOT A CRIME” und fühlen sich in graue Vorzeiten zurückversetzt, wenn sie lesen, dass ” Skater Angst und Schrecken verbreiten…”. Hier steckt natürlich eine Strategie hinter der ganzen Sache, nämlich, die ” kriminellen Skater”, mit restriktiven, ordnungsbehördlichen Maßnahmen, ganz von der Domplatte zu verjagen. Aber wohin soll das Ganze führen? Ist in Zukunft jeder der ein Deck bei sich trägt, schon ein zu observierendes Subjekt, dem man nach drei Ollies und einer mündlichen Verwarnung, 35 Euro Bußgeld abverlangt und dann mit Platzverbot nach Hause schickt?

Wo bleibt die typisch(??!!) kölsche Toleranz und Liberalität – oder ist die nur anderen gesellschaftlichen Schichten vorbehalten? Damit das klar ist, w i r sind alle Kinder eines Vaters (wo immer dort oben er auch stecken mag…) und wir sind auch Kölsche!! Wir lieben oder hassen den FC, den Karneval, das Kölsch und so weiter. Aber was ist mit unserem DOM? Ein in der Welt bekanntes sakrales Bauwerk von gigantischer Schönheit, mitten in unserer Stadt, in dessen Schatten sich seit seiner Entstehung schon immer, wie magisch angezogen, viel Volk versammelt hat. Tag für Tag zieht er tausende Menschen in seinen Bann, Menschen von unterschiedlicher Herkunft, Religion und Nationalität, die besonders auf dem Roncalli Platz verweilen, oft auch, um den Skatern zuzusehen.

Manch ein Tourist denkt dabei an Paris und den Trocadéro und stellt Köln, international gesehen, auf die gleiche tolerante Ebene wie Paris! Nun hat der Trocadéro ganz andere Dimensionen, was die Fahrfläche betrifft (manchem Local vom Dom würde da die Puste ausgehen…) und eine Unzahl von Treppen, aber die kirchenhistorischen Baudenkmäler, wie das Baptisterium und andere kulturellen Schätze, eben nicht. Genau das ist aber das kölnspezifische Problem. Einigen Hardcore-Skatern reicht das “reguläre Inventar” der Platte nicht und man sucht immer wieder den nächsten Hype, den radikalsten Trick am absolut ausgeflipptesten Obstacle.Hierbei werden Grenzen überschritten, die auch dem tolerantesten Kölschen ein heftiges Stirnrunzeln verursacht und könnte, für die Zukunft gesehen, zu einem großen Imageschaden für alle, die Skateboarding lieben und leben, führen.

Hier sind jetzt die Opinion-Leader der Platte, sowie der kölschen Szene gefordert, im Dialog mit den verantwortlichen und engargierten “Anliegern” des Kölner Dom´s klare Grenzen und Verhaltensregeln aufzustellen. Noch einmal, die Platte muß ein Treffpunkt für die Skater bleiben, aber es müssen Tabuzonen, die nicht geskatet werden, akzeptiert werden!

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